Mainzer Medienroute

Erster Mainzer Stadtrundgang für mobiles Internet startet

Real und virtuell - Mediengeschichte direkt vor Ort mit Mainzer Wissenschaftlern erleben

Mainz als Medienstadt erlebbar zu machen, das war das Ziel von Dr. Nicole Labitzke, Leiterin des Medienzentrums der Uni und den Projektpartnern des Instituts für Raumbezogene Informations- und Messtechnik (i3mainz) der FH Mainz. Und was lag näher, als dazu die neueste Medienentwicklung, das mobile Internet, einzusetzen. „Es gibt in Mainz viele Orte, die eng mit der Mediengeschichte verbunden sind, und viele Wissenschaftler, die sich damit befassen”, erzählt Dr. Labitzke, „diese wollten wir zusammenbringen.” Entstanden ist ein mediengeschichtlicher Stadtrundgang, mit 7 realen Stationen, die über eine App auf dem Smartphone mit virtuellen Informationen und Videos ergänzt werden. Hier kamen die Spezialisten der FH ins Spiel. Die Geokoordinaten der Stationen mussten mit dem Inhalt verknüpft und für den Nutzer erfahrbar gemacht werden. Die Augmented Reality-App „Layar” ermöglicht dies. „Augmented reality, also erweiterte Realität”, erklärt Prof. Böhm, Leiter des i3mainz, „bedeutet in diesem Fall, dass die Stationen der Route im Kamerabild des Smartphones per Icon angezeigt werden.” Ein Tip auf das entsprechende Icon und der User kann eine Zielführung oder direkt die Informationen zur ausgewählten Station starten. Wo kommen Medien her und wo entwickeln sie sich hin? Wie haben sie uns und unsere Kommunikation in den letzten 2.500 Jahren beeinflusst? Diese und weitere Fragen werden chronologisch zu Medien, wie Theater, Buch, Zeitung oder Fernsehen beantwortet. Der letzte Punkt der Medienroute ist mit der Erkenntnis verbunden, dass der Nutzer selbst die Station ist. Denn das herausragende Kennzeichen des mobilen Internets ist es ja, dass es immer dort ist, wo der Nutzer es gerade braucht. So ist das mobile Internet Startpunkt der Idee zur Mainzer Medienroute und auch ihr Endpunkt.

Seit Anfang Juni können alle Mainzer und interessierte Besucher die Mainzer Medienroute, wie auch weitere Mainzer Wissensorte im Layer „Mainz Interaktiv” finden und erkunden. Finanziell gestützt wurde das Projekt durch die FH Mainz, das Medienzentrum und Mittel des Forschungsschwerpunktes Medienkonvergenz der JGU und aus „Mainz -€“ Stadt der Wissenschaft 2011”.

Mainzer Medienroute - Geschichte, Bedeutung und Zukunft unserer Medien

Wie starten Sie in den Tag? Schalten Sie mit der Kaffeemaschine gleich Radio oder Fernseher an. Lesen Sie die ersten Nachrichten des Tages schwarz auf weiß gedruckt oder als Pixelsammlung am Laptop? Wir nutzen unterschiedlichste Medien täglich und selbstverständlich. Wir wollen informiert sein, mitreden, uns unterhalten lassen und Spaß haben. Die Medien nehmen einen immer größer werdenden Teil unserer Zeit ein. So nimmt der Einfluss, den die Medien heute auf uns haben, zu. Andererseits versorgen uns die Medien mit den Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten, die wir benötigen, um aktiv an Gesellschaft und Politik teilzuhaben. Und dies begann vor circa 560 Jahren, genau hier in Mainz. Das Wissen, das die Menschheit bis dahin gesammelt hatte, lebte in den Köpfen Weniger. Bildung war Geistlichen und dem gehobenen Adel vorbehalten. Dies änderte sich schlagartig mit Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks im Jahr 1450. Das Wissen wurde schnell allgemeiner und Meinungen, schwarz auf weiß gedruckt und hundertfach verteilt, konnten nicht mehr so leicht unterdrückt werden. Die Reformation war die erste Revolution, deren Erfolg von einem Medium mitgetragen wurde. Und als erstes Massenmedium bildet das Buch bis heute noch den Grundstein unserer Wissensgesellschaft. Jedes weitere neue Medium, bringt Wissen und Informationen, aber auch Spaß und Unterhaltung, näher, schneller und individueller an uns heran. Ab dem 17. Jahrhundert informiert uns die Zeitung regelmäßig über die Ereignisse in der Welt und der Gedanke der Pressefreiheit wird geboren. Erst ab den 1920ern muss die Zeitung ihr Informationsmonopol mit dem neuen Medium Hörfunk teilen. Nachrichten und vor allem auch Musik, kommen nun elektronisch und mit großer Reichweite rund um die Uhr zu uns nach Hause. Der Hörfunk wir aber schon bald vom Fernsehen als Leitmedium abgelöst. Während man Radio eher nebenbei hört, prägt das Fernsehen mit seinem festen Programm unseren Tagesablauf und bringt uns die Welt ins Wohnzimmer. Das Internet macht die Mehrheit der Deutschen seit circa 10 Jahre unabhängig von Programmen und bestimmten Empfangsgeräten. Es bricht die lineare Rezeption auf, eine direkte, interaktive Kommunikation und eine aktive Teilhabe am neuen Medium ist möglich. Das mobile Internet, als letzte Entwicklungsstufe, macht alle Vorteile des Internets ortsungebunden nutzbar und damit den ersten realen und virtuellen Mainzer Stadtrundgang erst möglich. Diese Entwicklung wird auf der Mainzer Medienroute in 7 Schritten, anhand der 7 Medien Theater, Buch, Zeitung, Kino, Hörfunk, Fernsehen und Internet, nachvollzogen. Zu jedem Medium werden stichwortartig Fakten zu Entstehung und interessante Zahlen zur aktuellen Nutzung geliefert. In kurzen Videos erläutern Wissenschaftler aus Mainz die Bedeutung des Mediums für die Gesellschaft und geben einen Ausblick auf die Zukunft.

Mainz Interaktiv - Wie geht das?

Mainz als Stadt der Wissenschaft 2011, lädt nun schon seit Anfang des Jahres ein, seine Wissensorte über den Wissenskompass auf der Internetseite www.emz2.de zu erkunden. In Zusammenarbeit mit der Stadt haben die Wissenschaftler des Instituts für Raumbezogene Informations- und Messtechnik (i3mainz) der Fachhochschule Mainz, allen Orten eine Geokoordinate zugewiesen und die Informationen für das mobile Internet aufbereitet. Über die Augmented Reality App „Layar” können Smartphone-User die Wissensorte direkt in das Kamerabild einblenden und die dazugehörigen Informationen abrufen. Um diesen Service zu nutzen, benötigen die User ein mobiles Endgerät mit Verbindung zum Internet. Sie müssen die kostenfreie App „Layar” auf ihr Smartphone laden. Layar zeigt dann automatisch alle verfügbaren Layar-Angebote im Umkreis an. Das Angebot der Stadt ist der Layer „Mainz Interaktiv”. Alle einzelnen Wissensorte werden im Kamerabild des Smartphones durch einen roten Kompass angezeigt, der erste mobile Stadtrundgang, die „Mainzer Medienroute”, ist mit grünen Würfeln als Icon gekennzeichnet. Für alle Smartphone-Nutzer deren Endgeräte Layar nicht unterstützen, gibt es eine mobile Kartenanwendung, über die man die Informationen ebenfalls abrufen kann. Sie ist über die Seite http://mobil.emz2.de erreichbar.